Overview
Steyr Motors baut Hochleistungsdieselmotoren für Anwendungen, bei denen es auf Kraft bei kleinem Bauraum ankommt. Die patentierte Monoblock-Bauweise erlaubt ein besonders hohes Verhältnis von Leistung zu Gewicht. Das macht die Motoren für Spezialfahrzeuge, Boote und Hilfsaggregate in Panzern attraktiv.
Die jüngere Geschichte prägte ein Eigentümerwechsel. Der Münchner Beteiligungsinvestor Mutares übernahm das Unternehmen und führte einen Sanierungskurs durch, der Umsatz und Rentabilität deutlich verbesserte. Kurz vor dem Börsengang wurde die operative Gesellschaft auf die Muttergesellschaft verschmolzen und diese in eine österreichische Aktiengesellschaft umgewandelt.
Der Sitz liegt in Steyr in Oberösterreich. In den ersten neun Monaten 2024 stammten rund 60 Prozent des Umsatzes aus Europa. Etwa 20 Prozent kamen aus Asien und rund zehn Prozent aus Amerika.
Management
Seit Jahren führt Julian Cassutti das Unternehmen als CEO und begleitete den Weg vom Sanierungsfall zum Börsenkandidaten. Er verweist auf die patentierten Motoren mit hohem Kraft-Leistungs-Verhältnis als Grundlage von Wachstum und Rentabilität. Der frühere Mehrheitseigner Mutares blieb nach dem Börsengang investiert, als neuer Ankeraktionär kam die österreichische B&C Holding hinzu.
Finanzdaten
Branche
Steyr Motors operiert in einer Nische des Verteidigungsmarkts. Anders als große Rüstungskonzerne liefert das Unternehmen keine kompletten Systeme, sondern Antriebe, die in Fahrzeugen und Booten anderer Hersteller verbaut werden. Diese Position ist eng, aber schwer angreifbar, weil Zulassungen und Erprobungen viele Jahre dauern.
Der Rückenwind kommt von den gestiegenen Verteidigungsbudgets in Europa und Asien. Beschaffungsprogramme für Spezialfahrzeuge und Marineeinheiten laufen an, gleichzeitig steigt der Ersatzbedarf bei bestehenden Flotten.
Riskant bleibt die Größe. Bei einem Jahresumsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich schlagen einzelne Großaufträge oder deren Ausbleiben stark durch, und die Abhängigkeit von wenigen Kunden ist entsprechend hoch.
Produkte und Services
Verkauft werden Dieselmotoren in verschiedenen Leistungsklassen, überwiegend für militärische Spezialfahrzeuge und Boote. Dazu kommen Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven sowie zivile Anwendungen in der Schifffahrt. Das Geschäft ergänzen Ersatzteile und Wartung.
Die Zahlen entwickelten sich kräftig. Für 2024 stellte das Unternehmen bei 800 bis 850 produzierten Einheiten einen Umsatz von 41 bis 45 Millionen Euro in Aussicht. Das bereinigte Betriebsergebnis sollte neun bis elf Millionen Euro erreichen. 2025 stieg der Umsatz um 16,4 Prozent auf 48,5 Millionen Euro, das Betriebsergebnis erreichte 5,8 Millionen Euro, bereinigt lag die Marge bei 14,5 Prozent.
Der Auftragsbestand liefert Perspektive. Zum 30. September 2024 belief er sich für den Zeitraum bis Ende 2027 auf 150 Millionen Euro, wobei Festaufträge, Rahmenverträge und unverbindliche Zusagen zusammengefasst sind.
