Overview
Jonathan Klamkin gründete Aeluma 2019, nachdem er als Professor an der University of California in Santa Barbara jahrelang an integrierter Photonik geforscht hatte. Sein Ausgangspunkt war ein altes Problem der Halbleiterindustrie. Verbindungshalbleiter wie Indiumgalliumarsenid liefern optische und sensorische Leistung, die Silizium nicht erreicht. Sie werden aber auf kleinen, teuren Substraten gefertigt und bleiben deshalb Spezialanwendungen mit geringen Stückzahlen vorbehalten.
Aeluma verfolgt einen anderen Weg. Das Unternehmen bringt diese Materialien auf Siliziumscheiben mit 300 Millimetern Durchmesser auf, also auf das Format, das die Massenproduktion von Mikrochips nutzt. Gelingt das zuverlässig, ließen sich Hochleistungsbauteile zu Kosten fertigen, die Anwendungen in Smartphones, Autos und Rechenzentren erlauben. Das Unternehmen nennt diesen Ansatz kapitalarm, weil es für die Serienfertigung mit bestehenden Auftragsfertigern zusammenarbeitet.
Der Sitz liegt in Goleta in Kalifornien, wo Aeluma eigene Anlagen für Waferproduktion, schnelle Chipfertigung, Prototypenbau und Prüfung betreibt. Finanziert wurde die Entwicklung überwiegend durch Forschungsaufträge staatlicher Stellen sowie durch Kapitalerhöhungen. Im März 2025 wechselte die Aktie vom US-Freiverkehr an die Nasdaq, im Juni 2025 folgte die Aufnahme in den Russell-3000-Index.
Management
Gründer Jonathan Klamkin führt Aeluma seit 2019 als CEO. Der promovierte Ingenieur lehrte zuvor an der University of California in Santa Barbara und forschte dort zu Photonik und Optoelektronik. Er prägt sowohl die technische Ausrichtung als auch den Auftritt gegenüber Investoren und Behörden.
Im April 2025 verstärkte Aeluma den Verwaltungsrat mit Mike Byron, einem früheren Finanzmanager von Nvidia. Die Berufung zielte erkennbar darauf, das Unternehmen für die Skalierung in Richtung KI- und Quantencomputing-Märkte aufzustellen. Die Organisation bleibt klein, entsprechend stark hängt sie an wenigen Schlüsselpersonen.
Finanzdaten
Branche
Aeluma bewegt sich im Markt für Verbindungshalbleiter und integrierte Photonik. Der wichtigste Treiber ist der Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Die vier größten US-Hyperscaler investierten 2025 nach Unternehmensangaben über 300 Milliarden Dollar in Rechenzentren, wovon etwa 15 Prozent auf optische Vernetzung entfallen. Weil Kupferleitungen bei hohen Datenraten an Grenzen stoßen, wächst der Bedarf an optischen Verbindungen zwischen Chips und Servern.
Ein zweites Feld ist die Sensorik im kurzwelligen Infrarotbereich, kurz SWIR. Solche Sensoren sehen durch Nebel, Staub und Dunkelheit und werden in Fahrzeugen, Militärtechnik und Industrieanlagen eingesetzt. Aeluma beziffert den erreichbaren Markt für InGaAs-Lidar-Sensoren nach eigenen Angaben auf 3,6 Milliarden Dollar bis 2030.
Der Wettbewerb ist ungleich. Etablierte Anbieter von Verbindungshalbleitern und Photonik verfügen über eigene Fertigung und langjährige Kundenbeziehungen, dazu kommen die großen Auftragsfertiger. Aeluma setzt darauf, dass sein Fertigungsansatz Kostenvorteile schafft, die größere Anbieter mit klassischen Prozessen nicht erreichen. Dieser Vorteil ist bislang vor allem eine Erwartung, keine im Markt bewiesene Größe.
Produkte und Services
Ein Großteil der Erlöse stammt bislang aus Entwicklungsverträgen. Auftraggeber sind unter anderem die NASA für Quantencomputing-Anwendungen, die US-Marine für Infrarotsensoren auf Siliziumbasis und das US-Energieministerium für kostengünstige SWIR-Fotodetektoren. Dazu kommen Kooperationen mit dem Forschungsverbund AIM Photonics, dem Halbleiterzentrum NSTC und der University of California in Santa Barbara.
Kommerziell zielt Aeluma auf zwei Produktlinien. Die erste sind Infrarot-Fotodetektoren und Lidar-Sensoren für Mobilgeräte, Fahrzeuge, erweiterte Realität und Industrieanwendungen. Die zweite sind Laserquellen auf Basis von Quantenpunkten, die sich mit Siliziumphotonik verbinden lassen und für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren gedacht sind. Der Übergang von Forschungsaufträgen zur Serienproduktion steht noch aus. Für das Geschäftsjahr 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen vier und sechs Millionen Dollar in Aussicht.
