Heartflow Aktie – Gesundheits-Börsengang 2025

Heartflow Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

8.8.2025

Volumen

317 Mio. $

Emissionspreis

19,00 $

Seit Emission

+165.2%

Erstpreis

28,00 $

Seit Erstpreis

+80.0%

Kurs (EOD)

50,39 $

Schlusskurs v. 31.08.2026

Overview

Der Ingenieur Charles Taylor und der Gefäßchirurg Christopher Zarins arbeiteten an der Stanford University an einer Frage, die vor ihnen niemand gelöst hatte. Lässt sich aus einem medizinischen Bild berechnen, wie das Blut durch die Herzkranzgefäße strömt? Beide verfolgten damit dasselbe Ziel, nämlich die koronare Herzkrankheit ohne Eingriff präzise zu beurteilen. Rund 15 Jahre Forschung an patientenspezifischer Strömungsmodellierung lagen zwischen der Idee und einem einsatzfähigen Produkt.

Im Juli 2007 gründeten sie gemeinsam das Unternehmen, zunächst unter dem Namen Cardiovascular Simulation, seit 2009 als Heartflow. Der Ansatz kombiniert numerische Strömungsmechanik mit maschinellem Lernen. Aus den Daten einer Computertomographie der Herzkranzgefäße entsteht ein individuelles dreidimensionales Modell, an dem sich der Blutfluss simulieren lässt. Ärzte erkennen so, ob eine sichtbare Verengung tatsächlich die Durchblutung beeinträchtigt, ohne einen Katheter zu legen.

Die Entwicklung verschlang enorme Summen. Bis zum Börsengang sammelte Heartflow über verschiedene Runden einen dreistelligen Millionenbetrag ein, unter anderem von Bain Capital, Wellington, US Venture Partners und Capricorn Investment Group. Zum 30. September 2025 stand ein aufgelaufener Verlust von rund 1,1 Milliarden Dollar in den Büchern. Der Sitz liegt in Mountain View in Kalifornien, der Börsengang an der Nasdaq folgte im August 2025.

Management

John Farquhar führt Heartflow seit März 2022 als President und CEO. Er kam im August 2021 als Chief Operating Officer an Bord und rückte wenige Monate später an die Spitze. Zuvor arbeitete er über zwei Jahrzehnte bei Medtronic, zuletzt als Vice President und General Manager des Aortengeschäfts, davor in Führungsrollen im Herz-Kreislauf- und Diabetesgeschäft des Konzerns. Sein Profil ist das eines Vertriebs- und Betriebsmanagers aus der Medizintechnik, nicht das eines Forschers.

Die Gründer blieben dem Unternehmen verbunden. Charles Taylor gehört dem Verwaltungsrat an, Christopher Zarins verantwortete lange den Bereich medizinische Angelegenheiten. Den Vorsitz des Verwaltungsrats führte William Weldon, früherer Konzernchef von Johnson & Johnson.

Finanzdaten

Branche

Heartflow bewegt sich im Markt für kardiologische Diagnostik. Die koronare Herzkrankheit ist weltweit die häufigste Todesursache, entsprechend groß ist der Bedarf an zuverlässiger Abklärung. Der klassische Weg führte über eine invasive Herzkatheteruntersuchung, die Risiken birgt, Klinikkapazität bindet und teuer ist. Ein erheblicher Teil dieser Eingriffe endet ohne Befund, der eine Behandlung rechtfertigt.

Genau hier setzt der Wandel an. Die Computertomographie der Herzkranzgefäße rückte in den Leitlinien nach vorn, unter anderem in der Leitlinie zu Brustschmerz der amerikanischen Kardiologenverbände ACC und AHA. Heartflow profitiert davon unmittelbar, weil seine Analyse auf genau diesen Aufnahmen aufsetzt. Nach Unternehmensangaben stützen über 600 begutachtete Veröffentlichungen die Technologie.

Der Wettbewerb wächst. Cleerly analysiert ebenfalls Plaque in den Herzkranzgefäßen, dazu kommen breiter aufgestellte Anbieter medizinischer Bildanalyse wie Aidoc sowie die Bildgebungssparten großer Medizintechnikkonzerne. Der entscheidende Faktor bleibt die Erstattung durch Krankenversicherer, denn ohne Kostenübernahme setzt sich keine Diagnostik durch.

Produkte und Services

Verkauft wird kein Gerät, sondern eine Auswertung. Kliniken laden die Daten einer Computertomographie hoch und erhalten von Heartflow eine Analyse zurück. Abgerechnet wird pro Untersuchung, die Erstattung erfolgt über Medicare, private Versicherer und in Großbritannien über den staatlichen Gesundheitsdienst NHS. Dieses Modell bringt wiederkehrende Erlöse, sobald eine Klinik den Ablauf in ihren Alltag integriert hat.

Die Plattform Heartflow One bündelt drei Analysen. Die Roadmap-Analyse liefert eine anschauliche Darstellung der Herzkranzgefäße, die FFRCT-Analyse berechnet den Blutfluss und zeigt, welche Verengung klinisch bedeutsam ist. Die Plaque-Analyse bewertet Menge und Zusammensetzung der Ablagerungen in den Gefäßwänden, was Hinweise auf das künftige Risiko gibt.

Das Geschäft wuchs deutlich. Der Umsatz stieg von rund 126 Millionen Dollar im Jahr 2024 auf etwa 161 Millionen Dollar im Jahr 2025. Profitabel ist Heartflow damit noch nicht, das Unternehmen schrieb seit der Gründung durchgehend Verluste.

Technische Analyse

Details zum IPO

Der Börsengang erfolgte am 8. August 2025 an der Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker HTFL. Die Nachfrage übertraf die Planung. Heartflow vergrößerte die Emission und setzte den Preis bei 19 Dollar fest, einen Dollar über dem oberen Ende der ursprünglichen Spanne. Platziert wurden zunächst 16.666.667 Aktien mit einem Bruttoerlös von rund 316,7 Millionen Dollar.

Die Konsortialbanken übten ihre Option über weitere 2,5 Millionen Aktien vollständig aus. Damit umfasste die Emission 19.166.667 Aktien und brachte brutto rund 364,2 Millionen Dollar ein, netto blieben etwa 332,8 Millionen Dollar. Alle Aktien stammten aus dem Unternehmen, kein Altaktionär verkaufte. J.P. Morgan, Morgan Stanley und Piper Sandler führten die Emission an.

Mit dem Abschluss wandelten sich die Vorzugsaktien in Stammaktien um. Zusätzlich wurden Wandelanleihen über 98,3 Millionen Dollar automatisch in 6.470.743 Aktien getauscht, zu 15,20 Dollar je Stück und damit mit 20 Prozent Abschlag auf den Ausgabepreis. Der Kassenbestand stieg dadurch von 80,2 Millionen Dollar Ende Juni 2025 auf 291,2 Millionen Dollar Ende September 2025.

Outlook

Der Wachstumspfad hängt an der Verbreitung der Herz-Computertomographie als erstem Untersuchungsschritt. Je mehr Kliniken diesem Weg folgen, desto größer wird die Zahl möglicher Auswertungen. Heartflow arbeitet daran, die Erstattung für die Plaque-Analyse auszuweiten und mit weiteren Produkten in die Behandlungsplanung vorzudringen. Für 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz von 218 bis 222 Millionen Dollar in Aussicht.

Die Herausforderung bleibt der Weg in die Gewinnzone. Ein aufgelaufener Verlust von über einer Milliarde Dollar zeigt, wie kapitalintensiv die Entwicklung war. Zugleich drängen neue Anbieter in dasselbe Feld, und Entscheidungen von Versicherern über Erstattungssätze können das Geschäftsmodell unmittelbar treffen.

Bewertungskriterien

+

Rückenwind durch Leitlinien, die der Herz-Computertomographie mehr Gewicht geben

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Wiederkehrende Erlöse je Untersuchung mit etablierter Erstattung in mehreren Ländern

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Umsatzwachstum von rund 126 auf etwa 161 Millionen Dollar zwischen 2024 und 2025

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Über 600 begutachtete Veröffentlichungen als wissenschaftliche Grundlage

Seit der Gründung durchgehend defizitär, aufgelaufener Verlust von rund 1,1 Milliarden Dollar

Erlöse hängen an Erstattungsentscheidungen von Versicherern und Gesundheitssystemen

Wachsender Wettbewerb durch Cleerly und Anbieter medizinischer Bildanalyse

Adoption erfordert Umstellung eingespielter Klinikabläufe, was Zeit kostet