Overview
Die Geschichte der Sunshine Mine beginnt 1884, als die Brüder True und Dennis Blake im Norden Idahos einen Claim anmeldeten. Über Jahrzehnte lieferte die Mine im Silver Valley große Mengen Silber und war zeitweise die ergiebigste Silberquelle der USA. 1972 starben bei einem unterirdischen Brand 91 Bergleute. 2001 stellte die Mine wegen niedriger Silberpreise den Betrieb ein.
Ein Neustart durch Sterling Mining scheiterte, 2009 meldete das Unternehmen Insolvenz an. 2010 übernahm die Electrum Group des Milliardärs Thomas Kaplan das Gelände. Kaplan ist bekannt als Investor in Gold- und Silberprojekte und als Kunstsammler. Electrum investierte nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen Dollar in Grundstücke, Infrastruktur und Exploration.
Ein Börsengang war mehrfach geplant und wurde verschoben. Erst im Juni 2026 kam die Sunshine Silver Aktie an die New York Stock Exchange. Mit dem Geld will das Unternehmen die alte Mine wecken und bis Ende 2028 die Produktion wieder aufnehmen.
Management
CEO ist Heather White, die das Unternehmen auch im Board vertritt. Die Bergbauingenieurin war zuvor CEO von Gatos Silver und COO von Nickel Creek Platinum. Davor arbeitete sie unter anderem als Vice President Mining bei NovaGold und als Minenleiterin bei Vale in Kanada.
Vorsitzender des Boards ist Thomas Kaplan, der Gründer von Electrum. Über Electrum kontrolliert er das Unternehmen auch nach dem Börsengang. Mit White steht eine operativ erfahrene Bergbaumanagerin an der Spitze, die den Neustart der Mine verantworten soll.
Finanzdaten
Branche
Silber ist zugleich Edelmetall und Industrierohstoff. Mehr als die Hälfte der Nachfrage stammt aus der Industrie, etwa aus Solarmodulen, Elektronik und Elektroautos. Der Preis schwankt stark und hängt neben der Industrienachfrage auch an Anlegern, die Silber als Wertanlage kaufen.
Die USA fördern deutlich weniger Silber, als sie verbrauchen, und sind auf Importe angewiesen. Große Produzenten sind Konzerne wie Fresnillo, Pan American Silver und Hecla Mining, das ebenfalls im Silver Valley in Idaho aktiv ist. Neue Minen brauchen in den USA oft viele Jahre bis zur Genehmigung. Sunshine verfügt über bestehende Genehmigungen, was einen Zeitvorteil verschafft.
Antimon gilt in den USA als kritischer Rohstoff. Es steckt in Munition, Flammschutzmitteln und Batterien. Der Weltmarkt wird von China dominiert, das die Ausfuhr zeitweise beschränkt hat. Eine eigene Produktion in den USA hätte daher strategischen Wert.
Produkte und Services
Sunshine ist ein Entwicklungsunternehmen und erzielt keinen Umsatz aus dem Verkauf von Metallen. Geplant ist eine Wertschöpfungskette von der Mine über die Aufbereitung bis zur eigenen Raffinerie in Kellogg. Nach Unternehmensangaben soll die Mine in den ersten fünf Jahren rund 6,7 Millionen Unzen Silber pro Jahr liefern. Über eine Lebensdauer von 24 Jahren wären es im Schnitt 5,8 Millionen Unzen jährlich.
Daneben verfügt das Unternehmen über eine genehmigte Antimon-Anlage. Die Raffinerie in Kellogg verarbeitete jahrzehntelang Antimon und war im Zweiten Weltkrieg der größte Produzent des Metalls in den USA. Laut Sunshine könnte die Anlage bis zu 60 Prozent des US-Bedarfs decken. Design und Wirtschaftlichkeit werden geprüft.
Bis zur Produktion entstehen nur Kosten. 2025 lag der Nettoverlust bei 34,7 Millionen Dollar nach 12,9 Millionen im Vorjahr. Eine Machbarkeitsstudie ist für Anfang 2027 geplant, danach sollen Mühle und Infrastruktur gebaut werden.
















