Overview
Liberty Defense baute sein Geschäft nicht auf eigener Grundlagenforschung auf, sondern auf einer Lizenz. Das Massachusetts Institute of Technology hatte in seinem Lincoln Laboratory ein Verfahren zur aktiven dreidimensionalen Radarbildgebung entwickelt. Liberty sicherte sich daran die exklusiven Rechte samt Technologietransfer und machte daraus ein marktfähiges Produkt namens HEXWAVE.
Das Prinzip unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Metalldetektor. HEXWAVE sendet Millimeterwellen aus, erzeugt daraus in Echtzeit ein dreidimensionales Bild und lässt eine KI entscheiden, ob jemand einen gefährlichen Gegenstand mit sich führt. Erkannt werden dabei auch nichtmetallische Bedrohungen, also flüssige, pulverförmige und plastische Sprengstoffe sowie im 3D-Druck gefertigte Waffen. Weil das System modular und mobil ist, lässt es sich an wechselnden Kontrollpunkten einsetzen.
Der Sitz liegt in Vancouver in British Columbia. Die Aktie notierte lange an der kanadischen Wachstumsbörse TSX Venture und im US-Freiverkehr. Nach Testeinsätzen unter anderem am Flughafen Toronto Pearson und im Baseballstadion Oriole Park at Camden Yards folgten reale Installationen an US-Flughäfen. Im April 2026 wechselte das Papier zusätzlich an die Nasdaq.
Management
Bill Frain führt Liberty Defense seit März 2021 als CEO. Er arbeitet seit über 25 Jahren in der Sicherheitsbranche und war zuvor Senior Vice President bei L-3 Security & Detection Systems, wo er weltweit Vertrieb und Geschäftsentwicklung verantwortete. Davor war er Finanzchef von Vivid Technologies, das später über PerkinElmer bei L-3 landete. Frain studierte am Boston College und erwarb einen MBA an der Wharton School. Beim Nasdaq-Listing kündigte er an, selbst Aktien im Wert von rund 25.000 Dollar zu zeichnen.
Im Verwaltungsrat sitzen mehrere Fachleute aus Sicherheit und Behörden, darunter der Jurist und frühere CIA-Mitarbeiter Bryan Cunningham sowie Linda Jacksta mit langjähriger Erfahrung bei US-Behörden. Im April 2026 kam mit Will Hamilton ein Kapitalmarktfachmann hinzu, was den Fokus auf die neue Rolle als Nasdaq-notiertes Unternehmen unterstreicht.
Finanzdaten
Branche
Liberty Defense operiert im Markt für Sicherheitskontrolltechnik. Der Treiber ist ein doppelter. Zum einen nehmen Vorfälle mit Waffen an öffentlichen Orten in den USA zu, was Betreiber von Stadien, Schulen, Krankenhäusern und Einkaufszentren zu Nachrüstungen bewegt. Zum anderen wirkt die Regulierung. Die US-Luftsicherheitsbehörde TSA verschärfte ihre Vorgaben zur Kontrolle von Flughafenmitarbeitern, wofür Betreiber neue Systeme beschaffen müssen.
Der Wettbewerb ist ernstzunehmen. Etablierte Anbieter wie Smiths Detection, Rapiscan Systems, Leidos und Analogic beherrschen die klassische Flughafenkontrolle. Im Segment der offenen Personenkontrolle für Stadien und Gebäude ist Evolv Technologies der bekannteste Wettbewerber. Liberty Defense argumentiert mit der Erkennung nichtmetallischer Bedrohungen und der Mobilität seiner Systeme. Als kleiner Anbieter mit begrenzten Mitteln steht das Unternehmen dabei einer Branche gegenüber, in der Referenzen und Zertifizierungen über Aufträge entscheiden.
Produkte und Services
Das Kernprodukt ist HEXWAVE, ein begehbares Kontrollportal mit Millimeterwellentechnik, dreidimensionaler Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Verkauft wird es an Flughäfen, Stadien, Schulen, Krankenhäuser, Gotteshäuser, Regierungsgebäude, Einkaufszentren und Verkehrsknoten. Das Geschäft gliedert sich in das HEXWAVE-Segment und ein Vertragsgeschäft mit Entwicklungsaufträgen.
Daneben arbeitet Liberty Defense an weiteren Produkten. Über eine exklusive Lizenz des Forschungszentrums PNNL entwickelt das Unternehmen einen Schuhscanner, der verborgene Gegenstände im Schuhwerk erkennt, ohne dass Passagiere die Schuhe ausziehen müssen. Dazu kommen Körperscanner und Fußwerkkontrolle für die Flughafensicherheit sowie eine offene Softwareplattform für Flughafenbetreiber.
Die Erlösbasis ist noch schmal. Nennenswerte Installationen erfolgten unter anderem am Flughafen LaGuardia in New York, wo HEXWAVE an den stark frequentierten Kontrollpunkten für Mitarbeiter im Terminal B eingesetzt wird. Ein weiterer Großflughafen mit über 30 Millionen Passagieren im Jahr wählte das System für die Mitarbeiterkontrolle aus.
