Overview
Rapport baut auf einer Entdeckung aus der Hirnforschung auf. Viele Nervenbotenstoffe wirken über Rezeptoren, die im gesamten Gehirn vorkommen, weshalb Medikamente häufig überall wirken und starke Nebenwirkungen verursachen. Die Gründer des Unternehmens erforschten sogenannte rezeptorassoziierte Proteine, die solche Rezeptoren nur in bestimmten Regionen begleiten.
Genau dort setzt der Ansatz an, der aufs Gehirn zielt. Das Zielprotein des Hauptkandidaten kommt vor allem im Hippocampus und in der Großhirnrinde vor, also dort, wo fokale Anfälle typischerweise entstehen. Im Hirnstamm, wo viele unerwünschte Wirkungen ihren Ursprung haben, ist es kaum vorhanden.
Die Technologie stammt ursprünglich von Janssen, einer Tochter von Johnson & Johnson, und wurde einlizenziert. Das Unternehmen arbeitet von Boston und San Diego aus und beschäftigt rund 84 Menschen.
Management
Seit den Anfängen führt Abraham Ceesay das Unternehmen als CEO. Der Manager sammelte zuvor Erfahrung in mehreren Biotechs und brachte Rapport durch den Börsengang und in die Zulassungsphase. Die wissenschaftliche Grundlage stammt von den Gründern, die zu den Pionieren der Forschung an rezeptorassoziierten Proteinen zählen.
Finanzdaten
Branche
Rapport operiert in der Neurologie, wo seit Jahrzehnten dieselbe Grundfrage gilt. Etwa ein Drittel der Epilepsiepatienten spricht auf verfügbare Medikamente nicht ausreichend an. Müdigkeit, Schwindel und geistige Einschränkungen führen zudem oft zum Therapieabbruch.
Der Markt ist entsprechend groß und umkämpft. Etablierte Wirkstoffe sind vielfach als Generika verfügbar und damit billig, neue Präparate müssen deutliche Vorteile bei Wirksamkeit oder Verträglichkeit nachweisen. Genau darauf zielt der Ansatz der räumlichen Präzision.
Über die Epilepsie hinaus interessiert dieselbe Wirkmechanik auch bei Nervenschmerzen und psychiatrischen Erkrankungen. Das vervielfacht den möglichen Markt, zieht aber auch große Pharmakonzerne an.
Produkte und Services
Alles dreht sich um den Wirkstoff RAP-219. In der Studie der Phase 2a bei arzneimittelresistenten fokalen Anfällen erreichte er im September 2025 sein Hauptziel. Dazu kam eine statistisch bedeutsame Verringerung klinischer Anfälle. Besonderheit der Studie war die Messung über implantierte Elektroden, was objektive Daten statt Patiententagebücher lieferte.
Auf dieser Basis startete 2026 das Zulassungsprogramm mit zwei Studien namens FOCUS 1 und FOCUS 2, die Patienten aufnehmen. Nachbeobachtungsdaten zeigten anhaltende Wirkung über acht Wochen, die Halbwertszeit des Wirkstoffs liegt bei rund 22 Tagen.
Daneben laufen mehrere Programme. Eine Studie bei bipolarer Manie soll im Oktober 2026 Ergebnisse liefern. Für eine weitere Epilepsieform ist eine Zulassungsstudie ab 2027 geplant, dazu entwickelt Rapport eine lang wirkende Spritze. Umsätze erzielt das Unternehmen bislang nur über eine Lizenz für China mit 20 Millionen Dollar Vorauszahlung.
















