Birchtech Aktie – Energie-Börsengang 2026

Birchtech Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

Uplisting

Handelsstart

26.02.2026

Volumen

15 Mio. $

Emissionspreis

2,40 $

Seit Emission

-51.7%

Erstpreis

2,35 $

Seit Erstpreis

-50.6%

Kurs (EOD)

1,16 $

Schlusskurs v. 02.09.2026

Overview

Der Kanadier Richard MacPherson gründete 2008 die Midwest Energy Emissions Corp, um eine Technologie aus der staatlichen Forschung zu vermarkten. Das US-Energieministerium hatte gemeinsam mit der University of North Dakota ein Verfahren zur Quecksilberabscheidung entwickelt, die Sorbent Enhancement Additive Technologie, kurz SEA. MacPherson sicherte sich die Lizenzrechte und brachte das Verfahren ab 2011 in nordamerikanische Kohlekraftwerke. Seit 2012 ist die Firma börsennotiert, zunächst im US-Freiverkehr, später zusätzlich in Toronto.

Über die Jahre baute das Unternehmen ein Portfolio von über 40 Patenten auf und kaufte 2017 das komplette SEA-Patentpaket. Weil aus Sicht des Managements viele Kraftwerksbetreiber die Technologie ohne Lizenz nutzten, begann 2019 eine breit angelegte Patentklage gegen zeitweise 43 Beklagte, darunter große Versorger. Anfang 2024 erweiterte die Firma ihr Geschäft um Wasseraufbereitung und benannte sich im Oktober 2024 in Birchtech um. Der Namenswechsel spiegelt die Aufstellung mit zwei Sparten, Luftreinigung unter ME2C Environmental und Wasser unter WE2C Environmental.

Der Sitz liegt in Corsicana, Texas. Die Organisation bleibt klein, ein Team von rund einem Dutzend fester Mitarbeiter arbeitet mit externen Partnern und zwei Entwicklungszentren in Pennsylvania und North Dakota.

Management

Gründer Richard MacPherson führt Birchtech seit 2016 als President und CEO, nachdem er zuvor bereits die Kommerzialisierung der SEA-Technologie vorangetrieben hatte. Der Kanadier bringt über 30 Jahre Führungserfahrung aus verschiedenen Branchen mit und verhandelte 2017 den Kauf des vollständigen Patentportfolios. Er ist in Fachverbänden der Energie- und Wasserwirtschaft aktiv.

Die Wassersparte leitet David Mazyck, ein Spezialist für Aktivkohle-Anwendungen. Der Verwaltungsrat wurde zuletzt verstärkt, unter anderem zog Ende 2024 die Wirtschaftsprüferin Mitzi Coogler ein.

Finanzdaten

Branche

Birchtech operiert im Markt für Umwelttechnik, konkret in zwei Feldern. Das erste ist die Quecksilberkontrolle bei Kohlekraftwerken. US-Vorschriften verpflichten Betreiber, Quecksilber aus den Rauchgasen zu filtern, wofür mit Additiven behandelte Aktivkohle eingesetzt wird. Der Markt hängt direkt an der Zukunft der Kohleverstromung. Die Zahl der Kraftwerke sinkt langfristig, gleichzeitig verlängern steigender Strombedarf und die Rechenzentrums-Nachfrage die Laufzeiten vieler Anlagen.

Das zweite Feld ist die Trinkwasseraufbereitung, vor allem die Entfernung von PFAS. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien stehen im Verdacht, Krebs und andere Erkrankungen auszulösen, und wurden in den USA mit Grenzwerten belegt. Tausende Wasserversorger müssen nachrüsten, wovon Anbieter von Aktivkohle- und Sorbens-Technologien profitieren. Hier trifft Birchtech auf deutlich größere Wettbewerber aus der Wassertechnik- und Aktivkohle-Industrie, sieht seinen Vorteil aber in spezialisierten, patentierten Materialien.

Produkte und Services

Kern des Geschäfts ist die SEA-Technologie. Kraftwerke dosieren dabei Additive in den Verbrennungsprozess und fangen Quecksilber anschließend mit Aktivkohle-Sorbentien auf. Birchtech verdient an Lizenzvereinbarungen und an der laufenden Belieferung mit Verbrauchsmaterial. Mehrere Kraftwerksblöcke in den USA setzen das Verfahren ein, weitere Betreiber sollen als Lizenznehmer gewonnen werden.

Eine zweite Erlösquelle könnte aus dem Gerichtssaal kommen. Im Patentstreit um die unlizenzierte Nutzung der SEA-Technologie sprach ein Gericht dem Unternehmen zunächst 57 Millionen Dollar zu, das erwartete Endurteil beziffert Birchtech auf rund 78 Millionen Dollar. In der Wassersparte entwickelt das Unternehmen Sorbentien gegen PFAS für Trinkwasserversorger, getestet in den beiden eigenen Entwicklungszentren. Nennenswerte Wasserumsätze stehen noch aus, der Bereich ist als Wachstumsfeld angelegt.

Technische Analyse

Details zum IPO

Der Schritt an die große US-Börse verlief nicht als klassischer IPO, sondern als Uplisting. Die Aktie handelte zuvor im Freiverkehr OTCQB und an der Börse Toronto. Am 26. Februar 2026 wechselte das Papier an die NYSE American unter dem Ticker BCHT, die Toronto-Notierung blieb bestehen. Vorbereitet wurde der Wechsel durch einen Reverse Split im Verhältnis eins zu fünf, der den Kurs über die Mindestanforderungen der Börse hob.

Begleitend platzierte Birchtech 6,25 Millionen Aktien zu je 2,40 Dollar. Der Bruttoerlös lag bei rund 15 Millionen Dollar, netto flossen etwa 13,1 Millionen Dollar zu. Die ursprünglichen Pläne waren größer, zunächst standen bis zu 20 Millionen Dollar zu höheren Kursen im Raum, die Konditionen wurden vor der Platzierung mehrfach gesenkt. Lake Street Capital Markets und Huntington Securities begleiteten die Emission als Bookrunner. Die Mittel dienen dem laufenden Geschäft, dem Betriebskapital und allgemeinen Unternehmenszwecken.

Outlook

Birchtech verfolgt zwei Wachstumspfade. Im Luftgeschäft sollen weitere Kohlekraftwerke als Lizenznehmer und Abnehmer gewonnen werden, gestützt durch das Urteil im Patentprozess, das die Verhandlungsposition gegenüber Betreibern stärkt. Die erwartete Zahlung aus dem Verfahren würde die Kasse deutlich füllen und soll nach Unternehmensangaben vor allem den Ausbau der Wassersparte finanzieren. Dort setzt Birchtech auf die US-Nachrüstwelle bei PFAS-Grenzwerten.

Offen bleibt, wie schnell aus der Wassertechnologie ein tragfähiges Geschäft wird und wie lange die Kohleflotte als Kundenbasis erhalten bleibt. Beides entscheidet darüber, ob der kleine Umwelttechniker den Sprung in eine neue Größenordnung schafft.

Bewertungskriterien

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Etablierte, patentgeschützte Technologie mit laufenden Umsätzen aus dem Kraftwerksgeschäft

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Gewonnener Patentprozess mit erwarteter Zahlung von rund 78 Millionen Dollar

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PFAS-Regulierung in den USA eröffnet einen großen Nachrüstmarkt in der Wasseraufbereitung

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Verlängerte Laufzeiten von Kohlekraftwerken stützen das Kerngeschäft vorerst

Kerngeschäft hängt an der langfristig schrumpfenden US-Kohleverstromung

Kleines Unternehmen mit Verlusten, hohem Kapitalbedarf und schwacher Bilanz

Wassersparte steht am Anfang und liefert noch keine nennenswerten Umsätze

Emission wurde vor der Platzierung mehrfach verkleinert und im Preis gesenkt