Overview
Csquare ist ein junges Unternehmen aus alten Teilen. Die Vorgeschichte beginnt 2017, als ein Konsortium um BC Partners und Medina Capital das Rechenzentrumsgeschäft von CenturyLink für 2,8 Milliarden Dollar übernahm und daraus Cyxtera Technologies formte. Parallel kaufte die kanadische Beteiligungsgesellschaft Brookfield 2018 die Rechenzentren des Telekomkonzerns AT&T für 1,1 Milliarden Dollar und gründete daraus 2019 den Betreiber Evoque.
Beide Firmen verband dieselbe Herkunft, nämlich Rechenzentren aus dem Bestand ehemaliger Telekomkonzerne. Cyxtera geriet in Schieflage und meldete im Juni 2023 Insolvenz nach Kapitel elf an. Brookfield übernahm die Vermögenswerte für 775 Millionen Dollar und führte sie Anfang 2024 mit Evoque zusammen. Im April 2024 erhielt die kombinierte Gesellschaft den Namen Centersquare, aus dem später die Marke Csquare wurde.
Das Geschäft ist das eines Vermieters. Kunden stellen ihre eigenen Server in die Anlagen und zahlen für Fläche, Strom, Kühlung und vor allem für die Anbindung an andere Netze. Weil Csquare herstellerneutral arbeitet und keine eigenen Cloud-Dienste verkauft, treffen sich in seinen Anlagen viele Netzbetreiber und Cloud-Anbieter. Zum Stichtag 31. März 2026 umfasste das Netz 64 Standorte in 21 Ballungsräumen der USA, Kanadas und Großbritanniens mit rund 389 Megawatt verkaufbarer Anschlussleistung und über 36.600 Verbindungsprodukten. Der Sitz liegt in Coppell bei Dallas in Texas.
Management
Prägender als einzelne Personen ist bei Csquare der Eigentümer. Brookfield Corporation und von ihr verwaltete Gesellschaften kontrollierten nach dem Börsengang rund 67,1 Prozent der Stimmrechte. Das Unternehmen bleibt damit fest in der Hand des kanadischen Vermögensverwalters, der seit Jahren in Infrastruktur investiert, von Mautstraßen über erneuerbare Energien bis zu Rechenzentren.
Für Anleger hat das zwei Seiten. Ein finanzstarker Eigentümer im Rücken hilft einem Unternehmen, das defizitär arbeitet und hohe Investitionen stemmen muss. Zugleich haben Streubesitzaktionäre bei grundlegenden Entscheidungen praktisch kein Gewicht. Brookfield hält über sein globales Rechenzentrumsgeschäft weitere Beteiligungen, was Fragen nach möglichen Interessenkonflikten aufwirft.
Finanzdaten
Branche
Csquare bewegt sich im Markt für Colocation und Interconnection, also für die Vermietung von Rechenzentrumsfläche und die Vernetzung darin. Der Markt wächst kräftig, getrieben vom Ausbau der KI-Infrastruktur, vom steigenden Datenverkehr und von Unternehmen, die eigene Serverräume aufgeben. Anbieter von Rechenzentrumsfläche sind damit zu einer Art Grundversorger der digitalen Wirtschaft geworden.
Der Wettbewerb ist scharf und kapitalstark. Equinix und Digital Realty dominieren das Segment der herstellerneutralen Rechenzentren weltweit, dazu kommen spezialisierte Anbieter und die Eigenbauten der großen Cloud-Konzerne. Csquare ist gemessen daran ein mittelgroßer Anbieter, dessen Stärke in der geografischen Streuung über zahlreiche mittlere Märkte liegt.
Die Standortverteilung zeigt das Muster. Acht Rechenzentren stehen im Silicon Valley, sechs im Raum Washington in Nordvirginia, fünf in Dallas, je vier in New Jersey, Chicago, Phoenix und Seattle, dazu Standorte in Boston, Nashville, Los Angeles, Denver, Atlanta, Raleigh und weiteren Märkten. Diese Streuung verringert die Abhängigkeit von einzelnen Regionen, erschwert aber Skaleneffekte.
Produkte und Services
Das Kerngeschäft besteht aus zwei Bausteinen. Colocation meint die Vermietung von Fläche, Stromanschluss und Kühlung, abgerechnet meist nach Leistung in Kilowatt. Interconnection meint die Verbindung zwischen Kunden innerhalb einer Anlage sowie zu externen Netzen und Cloud-Plattformen. Der zweite Baustein ist strategisch wichtiger, weil solche Verbindungen höhere Margen tragen und Kunden binden.
Der Grund dafür ist einfach. Wer seine Server einmal in einer Anlage untergebracht und dort Dutzende Verbindungen zu Partnern und Netzen aufgebaut hat, zieht nicht ohne Not um. Die über 36.600 Verbindungsprodukte sind deshalb ein Maß für die Bindungskraft der Plattform.
Die Zahlen zeigen ein wachsendes, aber defizitäres Geschäft. Der Umsatz stieg 2025 um neun Prozent auf 987 Millionen Dollar, im ersten Quartal 2026 legte er um 16 Prozent auf 270,5 Millionen Dollar zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte 2025 von 288,7 auf 390 Millionen Dollar. Unter dem Strich blieb ein Verlust, im Zwölfmonatszeitraum bis Ende März 2026 von 150,94 Millionen Dollar bei rund 1,02 Milliarden Dollar Umsatz.
