MDA Space Aktie – Raumfahrt-Börsengang 2026

MDA Space Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

Uplisting

Handelsstart

12.03.2026

Volumen

300 Mio. $

Emissionspreis

30,50 $

Seit Emission

-4.6%

Erstpreis

32,00 $

Seit Erstpreis

-9.1%

Kurs (EOD)

29,09 $

Schlusskurs v. 16.09.2026

Overview

Die Geschichte beginnt 1969 in einem Kellerraum in Vancouver. John MacDonald und Vern Dettwiler gründeten dort MacDonald, Dettwiler and Associates und entwickelten daraus über Jahrzehnte Kanadas wichtigsten Raumfahrtkonzern. Das bekannteste Produkt hängt seit Jahrzehnten im All. Der Canadarm, ein Roboterarm für Space Shuttle und später die Internationale Raumstation, wurde zum nationalen Symbol und ziert sogar kanadische Banknoten. Daneben entstand die Radarsatelliten-Reihe RADARSAT zur Erdbeobachtung.

Die Eigentümerhistorie glich einem Pendel. 1995 übernahm der US-Konzern Orbital Sciences das Unternehmen, 2001 holte ein Konsortium kanadischer Investoren die Kontrolle zurück. Nach dem Kauf des Satellitenbildanbieters DigitalGlobe firmierte die Gruppe ab 2017 als Maxar Technologies und verlegte den Sitz nach Colorado. Weil Maxar hoch verschuldet war, verkaufte der Konzern das kanadische Geschäft im April 2020 für rund eine Milliarde kanadische Dollar an ein Konsortium um Northern Private Capital, John Risley und den früheren BlackBerry-Chef Jim Balsillie. Damit kehrte MDA in kanadische Hand zurück.

Im April 2021 ging das Unternehmen an die Börse in Toronto, im Mai 2024 folgte die Umbenennung in MDA Space. Der Hauptsitz liegt in Brampton in Ontario, rund 4.000 Beschäftigte arbeiten für die Gruppe. Der Umsatz kletterte 2025 nach Unternehmensangaben um gut 50 Prozent auf einen Rekordwert. Im März 2026 kam die Zweitnotierung in New York dazu.

Management

Mike Greenley führt MDA Space als CEO. Er kam im Januar 2018 an Bord, um das damals noch zu Maxar gehörende kanadische Geschäft zu leiten, und trieb aktiv die Herauslösung aus dem US-Konzern voran. Nach eigener Darstellung sorgte er dafür, dass MDA verkauft wurde, um als eigenständiges Unternehmen wachsen zu können. Greenley läutete im März 2026 die Eröffnungsglocke der New York Stock Exchange.

Zum Führungsteam gehören Finanzchef Guillaume Lavoie und Technikchef Cameron Ower. Die Robotik- und Raumfahrtprogramme verantwortet Holly Johnson, die zuvor den Verkaufsprozess von Maxar an das kanadische Konsortium begleitete. Das Satellitengeschäft leitet Luigi Pozzebon, den Bereich Geointelligence Minda Suchan.

Finanzdaten

Branche

MDA Space bewegt sich in drei Segmenten der Raumfahrtindustrie und deckt nach eigener Darstellung alles außer dem Start selbst ab. Der Markt wächst, weil die Kosten für den Transport in die Umlaufbahn stark gesunken sind. Dadurch entstehen neue Anwendungen, von Satelliten-Breitband über Direktverbindungen zu Mobiltelefonen bis zur Erdbeobachtung.

Der Wettbewerb ist je nach Segment unterschiedlich. Bei Satellitensystemen konkurriert MDA mit Airbus, Thales Alenia Space und amerikanischen Anbietern. In der Weltraumrobotik ist die Konkurrenz dünn, hier profitiert das Unternehmen von jahrzehntelanger Erfahrung und der engen Bindung an die kanadische Raumfahrtbehörde. Im Bereich Erdbeobachtung stehen Anbieter wie Planet Labs, ICEYE und der frühere Schwesterkonzern Maxar gegenüber. Zusätzlichen Rückenwind liefert die Verteidigungspolitik. Kanada kündigte an, seine Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen, wovon MDA über die 2026 gegründete Tochter 49North profitieren will.

Produkte und Services

Das Geschäft gliedert sich in drei Bereiche. Satellitensysteme bauen komplette Satelliten und Komponenten, darunter die softwaredefinierte Produktlinie MDA AURORA für Breitband, Direktverbindungen zu Endgeräten und Vernetzung von Maschinen. Dieses Segment trieb zuletzt das Wachstum am stärksten.

Robotik und Weltraumoperationen umfassen Roboterarme, Greifsysteme, Bodenkontrollstationen sowie Sensorik zur Navigation. Das Prestigeprojekt ist Canadarm3, ein KI-gestützter Roboterarm für die geplante Mondstation Gateway, für den die kanadische Raumfahrtbehörde 2024 einen Auftrag über rund eine Milliarde kanadische Dollar erteilte. Dazu kommt die modulare Robotik-Reihe MDA SKYMAKER.

Der dritte Bereich Geointelligence verarbeitet Satellitendaten zu Auswertungen für nationale Sicherheit, Klimabeobachtung und Seeraumüberwachung. MDA betreibt dafür den Radarsatelliten RADARSAT-2 und die Nachfolgemission MDA CHORUS. Ergänzt wird das Angebot um Führungs- und Aufklärungssysteme für Streitkräfte sowie Überwachungsflüge mit unbemannten Fluggeräten.

Technische Analyse

Details zum IPO

Der Schritt nach New York war ein Zweitlisting mit Kapitalerhöhung, kein Erstbörsengang. Die Aktie notiert seit April 2021 an der Toronto Stock Exchange unter dem Kürzel MDA, damals platzierte das Unternehmen 28.571.500 Aktien zu je 14 kanadische Dollar und nahm rund 400 Millionen kanadische Dollar ein. Ursprünglich waren 500 Millionen zu 16 bis 20 Dollar geplant, das Volumen wurde vor der Zuteilung gekürzt.

Am 12. März 2026 nahm die Aktie zusätzlich den Handel an der New York Stock Exchange auf, ebenfalls unter dem Symbol MDA. Platziert wurden Aktien im Wert von rund 300 Millionen US-Dollar, abgewickelt über eine Prospektergänzung zum kanadischen Basisprospekt und ein F-10-Formular im Rahmen des kanadisch-amerikanischen Verfahrens für Doppelnotierungen. Rund 100 Millionen Dollar des Erlöses dienten der Schuldentilgung, der Rest verblieb als Reserve.

Die Motivation war weniger Kapitalbedarf als Zugang. Nach Aussage von CEO Greenley brauchte das Unternehmen das Geld nicht dringend, wollte aber amerikanische Investoren mit Raumfahrt-Expertise erreichen und die Aktie als Währung für künftige Übernahmen nutzbar machen. Die Verwässerung bezifferte er auf acht bis neun Prozent. Am ersten Handelstag gab die Aktie nach.

Outlook

Der Wachstumspfad stützt sich auf drei Säulen. Erstens der Ausbau des Satellitengeschäfts, das zuletzt am schnellsten wuchs. Zweitens die Robotik mit Canadarm3 als langlaufendem Programm bis 2030. Drittens das Verteidigungsgeschäft, für das MDA mit 49North eine eigene Tochter für den kanadischen Markt gegründet hat, während Ottawa seine Rüstungsausgaben über mehrere Jahre deutlich anhebt.

Die Doppelnotierung soll zusätzlich Spielraum für Zukäufe schaffen. Risiken liegen in der Abhängigkeit von staatlichen Programmen, deren Zeitpläne sich verschieben können, wie die Erfahrung nach dem Börsengang 2021 zeigte. Damals verfehlte MDA seine Umsatzziele deutlich, weil erwartete Aufträge später kamen als geplant.

Bewertungskriterien

+

Starkes Umsatzwachstum von gut 50 Prozent im Jahr 2025, getrieben vom Satellitengeschäft

+

Profitabel und cashflowstark, anders als viele junge Raumfahrtunternehmen

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Canadarm3-Auftrag über rund eine Milliarde kanadische Dollar mit Laufzeit bis 2030

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Rückenwind durch stark steigende kanadische Verteidigungsbudgets

Hohe Abhängigkeit von staatlichen Programmen und deren Zeitplänen

Verzögerte Aufträge ließen das Unternehmen nach dem Börsengang 2021 seine Ziele verfehlen

Zweitnotierung brachte eine Verwässerung von acht bis neun Prozent

Wettbewerb durch deutlich größere Konzerne wie Airbus und Thales Alenia Space