Overview
SK hynix ist einer der beiden großen Speicherhersteller Südkoreas und gehört zur SK Group, einem der größten Mischkonzerne des Landes. Über Jahrzehnte war das Geschäft von brutalen Zyklen geprägt. Speicherchips galten als austauschbare Massenware, deren Preise mit jedem Kapazitätsausbau der Branche einbrachen und in Knappheitsphasen wieder hochschossen.
Der KI-Boom veränderte diese Logik grundlegend. Für das Training und den Betrieb großer Modelle reicht gewöhnlicher Arbeitsspeicher nicht aus. Nötig ist Hochbandbreitenspeicher, im Fachjargon HBM, bei dem mehrere Speicherchips übereinandergestapelt und direkt neben dem Rechenchip platziert werden. Diese Bauweise ist technisch anspruchsvoll, und SK hynix erarbeitete sich dabei einen Vorsprung. Nach Einschätzung des Marktforschers Counterpoint hält das Unternehmen rund 60 Prozent dieses Marktes.
Aus dem zyklischen Massenhersteller wurde damit ein Engpasslieferant der KI-Industrie. Der Konzern baut seine Kapazitäten massiv aus, unter anderem mit dem Fertigungscluster in Yongin in Südkorea, das ab 2027 schrittweise anlaufen soll, und mit einer ersten eigenen Anlage in den USA, einem Werk für Chipgehäuse in Indiana für rund vier Milliarden Dollar. Die Stammaktie notiert an der Börse Seoul unter der Nummer 000660. Im Juli 2026 kamen Hinterlegungsscheine an der Nasdaq hinzu.
Management
Kwak Noh-Jung führt SK hynix als Chief Executive Officer und läutete am 10. Juli 2026 die Eröffnungsglocke an der Nasdaq in New York. Den Vorsitz des Verwaltungsrats hält der unabhängige Direktor Ko Seung-beom.
Über der operativen Führung steht die Konzernstruktur. SK hynix gehört zur SK Group unter Vorsitz von Chey Tae-won, der bei der Zeremonie in New York persönlich anwesend war. Die Beteiligung läuft über die Zwischenholding SK Square. Für Anleger bedeutet das eine Konstellation, wie sie bei südkoreanischen Mischkonzernen üblich ist, mit einer Familie an der Spitze eines verschachtelten Beteiligungsgeflechts. Solche Strukturen gelten am Kapitalmarkt traditionell als Grund für Bewertungsabschläge.
Finanzdaten
Branche
SK hynix bewegt sich im Markt für Halbleiterspeicher, der sich in zwei Segmente teilt. Arbeitsspeicher, kurz DRAM, hält Daten kurzfristig für den Prozessor bereit. Flash-Speicher, kurz NAND, speichert Daten dauerhaft. Der Wettbewerb ist eng, mit Samsung Electronics als größtem Anbieter, SK hynix an zweiter Stelle und dem amerikanischen Konzern Micron als drittem großen Spieler.
Beim Hochbandbreitenspeicher verschob sich das Kräfteverhältnis zugunsten von SK hynix. Weil dieser Speicher direkt neben den KI-Beschleunigern sitzt und deren Leistung begrenzt, wurde er zum Engpass der gesamten Branche. Die KI-Nachfrage saugt zudem Fertigungskapazität ab, die sonst für gewöhnlichen Arbeitsspeicher zur Verfügung stünde, was zu einer weltweiten Speicherknappheit führte und die Preise über alle Segmente hinweg trieb.
Ein Motiv für die Zweitnotierung lag genau hier. Koreanische Aktien handeln traditionell mit einem Abschlag gegenüber vergleichbaren US-Werten, weil ausländische Anleger den Zugang zum Markt in Seoul als umständlich empfinden. Das Unternehmen erklärte selbst, die Notierung solle die Investorenbasis verbreitern und damit eine angemessene Bewertung ermöglichen.
Produkte und Services
Das Kerngeschäft besteht aus Speicherchips. Hochbandbreitenspeicher ist das margenstärkste Produkt und wird an Hersteller von KI-Beschleunigern geliefert, allen voran an Nvidia. Daneben fertigt SK hynix klassischen Arbeitsspeicher für Server, Rechner und Mobilgeräte sowie Flash-Speicher für Datenspeicherung, unter anderem über die aus dem Intel-Geschäft hervorgegangene Tochter Solidigm.
Die Erlöse entstehen aus dem Verkauf dieser Chips an Hersteller von Rechenzentrumshardware, Servern, Mobiltelefonen und Rechnern. Weil Preise und Mengen stark schwanken, bewegen sich auch Umsatz und Gewinn in großen Sprüngen. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 52,58 Billionen Won, für das zweite Quartal 2026 erwarteten Analysten einen deutlichen Anstieg.
Der Kapitalbedarf ist entsprechend hoch. Speicherfabriken kosten zweistellige Milliardenbeträge, und wer beim technologischen Sprung auf die nächste Generation zurückfällt, verliert Marktanteile. Die Erlöse aus der Emission fließen deshalb in den Ausbau der Fertigung.
