Overview
Brazil Potash verfolgt seit Jahren ein Ziel, das Rohstoffabhängigkeit und Landwirtschaft verbindet. Brasilien ist einer der größten Agrarexporteure der Welt, muss den Kalidünger für seine Felder aber fast vollständig importieren, überwiegend aus Kanada, Russland und Belarus. Genau diese Lücke soll das Projekt Autazes im Bundesstaat Amazonas schließen.
Die Lagerstätte liegt nahe dem Amazonas, was Transport per Binnenschiff ermöglicht und damit die Logistikkosten senken soll. Geplant ist eine Kalimine samt Aufbereitung mit rund 2,4 Millionen Tonnen Jahreskapazität über eine Reserve-Lebensdauer von etwa 23 Jahren.
Der Sitz liegt in Manaus. Über Jahre begleiteten juristische Auseinandersetzungen um Umweltlizenzen und die Rechte der Mura-Gemeinschaften das Vorhaben, 2026 bestätigte ein Berufungsgericht die für das Unternehmen günstigen Entscheidungen.
Management
Seit Jahren führt Matt Simpson das Unternehmen als CEO und ist das Gesicht des Projekts gegenüber Investoren, Behörden und den Gemeinschaften vor Ort. Für die Finanzierungsphase verstärkte Brazil Potash 2025 seinen Beirat, unter anderem mit Marcelo Lessa, einem früheren Manager der Weltbank-Tochter IFC mit Erfahrung in Projektfinanzierungen.
Finanzdaten
Branche
Brazil Potash operiert im Düngemittelmarkt, der stark von Geopolitik geprägt ist. Kali wird weltweit von wenigen Ländern gefördert, allen voran Kanada, Russland und Belarus, was Abnehmerländer anfällig für Preissprünge und Lieferstörungen macht. Der Krieg in der Ukraine führte diese Abhängigkeit deutlich vor Augen.
Für Brasilien ist das eine strategische Schwachstelle. Die heimische Produktion deckt nur einen Bruchteil des Bedarfs, entsprechend gilt Autazes politisch als Projekt von nationalem Interesse. Genau daraus zieht das Unternehmen sein wichtigstes Verkaufsargument gegenüber Abnehmern und Kapitalgebern.
Die Hürde ist die Größenordnung. Bergbauprojekte dieser Art verschlingen Milliarden, bevor die erste Tonne verkauft wird, und viele scheitern genau in der Phase zwischen Genehmigung und Finanzierung.
Produkte und Services
Verkauft wird bislang nichts. Brazil Potash befindet sich in der Entwicklungsphase, Erlöse sollen erst nach dem Bau des Bergwerks fließen. Die geplante Investition beziffert eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022 auf rund 2,5 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 926 Dollar je Tonne Jahreskapazität.
Vorbereitet ist das Projekt weit. Für rund 91 Prozent der geplanten Produktion bestehen Abnahmeverträge mit brasilianischen Agrarunternehmen. Ein Wasserrecht über zehn Jahre erlaubt die Umstellung auf Oberflächenwasser und senkt die erwarteten Baukosten. Mit den Mura-Gemeinschaften wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
2026 vergab das Unternehmen die detaillierte Bauplanung, die als Voraussetzung für Kredite gilt, an die Ingenieurbüros Wood, Promon, WSP und Redpath Deilmann. Das Programm hat ein Volumen von rund 26 Millionen Dollar. Parallel prüft Brazil Potash Modelle, bei denen Dritte Hafen, Kraftwerk und Stromversorgung finanzieren und betreiben.
















