Overview
Kyverna übertrug eine Idee aus der Krebsmedizin auf Autoimmunerkrankungen. Bei der CAR-T-Therapie werden dem Patienten körpereigene Abwehrzellen entnommen, im Labor mit einem Suchmerkmal ausgestattet und zurückgegeben. In der Onkologie jagen sie damit Krebszellen, bei Autoimmunkrankheiten die fehlgeleiteten B-Zellen, die den eigenen Körper attackieren.
Der Wirkstoff heißt inzwischen Miv-cel und basiert auf einer Konstruktion, die das Unternehmen von den US-Gesundheitsinstituten lizenzierte. Anfangs standen Lupus und Sklerodermie im Vordergrund, im Lauf der Entwicklung verschob sich der Fokus klar auf neurologische Erkrankungen.
Der Sitz liegt in Emeryville bei San Francisco. Im Zentrum steht das Stiff-Person-Syndrom, eine seltene Erkrankung mit schmerzhaften Muskelversteifungen, für die es bislang keine zugelassene Therapie gibt.
Management
Seit 2024 führt Warner Biddle das Unternehmen als CEO und richtete es konsequent auf die Neuroimmunologie aus. Für den geplanten Markteintritt holte Kyverna 2026 Nadia Dac als Vertriebschefin sowie Ritesh Srivastava als Rechts- und Compliance-Chef an Bord. Die Belegschaft umfasst rund 130 Beschäftigte.
Finanzdaten
Branche
Kyverna operiert an einer Schnittstelle, die seit 2022 viel Aufmerksamkeit erhält. Nachdem Forscher in Erlangen erstmals Lupus-Patienten mit CAR-T-Zellen behandelten und dabei anhaltende Beschwerdefreiheit beobachteten, stiegen zahlreiche Unternehmen in das Feld ein.
Der Wettbewerb ist entsprechend dicht. Große Konzerne wie Bristol Myers Squibb und Novartis arbeiten ebenso an Autoimmun-Zelltherapien wie spezialisierte Biotechs. Dazu kommen Ansätze mit Spenderzellen oder Antikörpern, die ähnliche Effekte ohne aufwendige Zellherstellung versprechen.
Kyvernas Antwort auf diesen Wettbewerb ist der Fokus auf Nischen. In seltenen Nervenerkrankungen wie dem Stiff-Person-Syndrom fehlen zugelassene Therapien vollständig, was schnellere Zulassungswege und weniger Preisdruck bedeutet.
Produkte und Services
Alles hängt an Miv-cel. In der Zulassungsstudie beim Stiff-Person-Syndrom erreichte die einmalige Infusion nach Firmenangaben signifikante Verbesserungen bei allen Haupt- und Nebenzielen. Sämtliche Patienten kamen bis zur letzten Nachbeobachtung ohne ihre bisherigen Immuntherapien aus. Auf dieser Basis begann 2026 die schrittweise Einreichung des Zulassungsantrags, die im Schlussquartal abgeschlossen werden soll.
Das zweite große Programm läuft bei Myasthenia gravis, einer Erkrankung mit krankhafter Muskelschwäche. In der frühen Studienphase verbesserten sich sämtliche Patienten in beiden Hauptmessgrößen, die Zulassungsstudie rekrutiert bis Mitte 2027. Für eine Form der Multiplen Sklerose erhielt der Wirkstoff 2026 zusätzlich einen beschleunigten Status der FDA.
Umsätze erzielt Kyverna keine. Im ersten Quartal 2026 lag der Nettoverlust bei 39,7 Millionen Dollar, die Kasse enthielt 236,4 Millionen Dollar mit einer Reichweite bis 2028.
















