Overview
Thomas McAndrew gründete Enchanted Rock 2006 in Texas. Die Idee war, Unternehmen mit eigenen Erdgasgeneratoren gegen Stromausfälle abzusichern, ohne auf schmutzige Dieselaggregate zu setzen. Bekannt wurde die Firma 2017 während Hurrikan Harvey, als ihre Anlagen Filialen der Supermarktkette H-E-B mit Strom versorgten. Später kamen Kunden wie Walmart, Microsoft, Foxconn und der Netzbetreiber ComEd hinzu.
Über die Jahre installierte das Unternehmen sogenannte Microgrids, also kleine eigenständige Stromnetze, an mehr als 400 Standorten. Die Gesamtleistung liegt bei rund 1.000 Megawatt. Hauptinvestor ist der Energie-Finanzinvestor Energy Impact Partners aus New York. Mit dem Boom der künstlichen Intelligenz wurden Rechenzentren zur wichtigsten Kundengruppe, weil sie schnell sehr viel Strom brauchen.
Für den Börsengang firmierte das Unternehmen unter dem Namen ERock. Im Juni 2026 kam die ERock Aktie an die New York Stock Exchange. Kurz darauf meldete ERock einen Auftrag von Anthropic über Anlagen mit 470 Megawatt. Damit liefert die Firma Strom für Rechenzentren in großem Maßstab.
Management
Seit Dezember 2025 ist John Carrington CEO von ERock, ab Juni 2025 war er Executive Chairman. Zuvor führte er den Energiespeicher-Anbieter Stem und brachte ihn 2021 an die Börse. Davor arbeitete er 16 Jahre bei General Electric und in leitenden Positionen bei First Solar und dem Solarmodulhersteller Miasolé.
Gründer Thomas McAndrew gab die Führung 2025 ab und blieb als strategischer Berater und Mitglied des Boards an Bord. Finanzchef ist Ian Blakely, der zuvor als Strategiechef im Unternehmen arbeitete. Corey Amthor verantwortet als President das operative Geschäft, Paul Froutan als COO den Betrieb der Anlagen.
Finanzdaten
Branche
Der Strombedarf in den USA steigt erstmals seit Jahrzehnten deutlich, vor allem wegen neuer Rechenzentren für KI-Anwendungen. Gleichzeitig dauert ein Anschluss an das öffentliche Netz in vielen Regionen mehrere Jahre. Betreiber suchen deshalb nach Lösungen, die Strom direkt vor Ort erzeugen, entweder als Überbrückung bis zum Netzanschluss oder dauerhaft.
ERock konkurriert in diesem Markt mit großen Turbinen- und Motorenherstellern wie GE Vernova, Caterpillar, Cummins und Wärtsilä. Hinzu kommen Brennstoffzellen-Anbieter wie Bloom Energy und klassische Hersteller von Notstromaggregaten wie Generac. ERock setzt auf kleinere, modular kombinierbare Gasgeneratoren mit geringen Emissionen und bietet Bau, Betrieb und Wartung aus einer Hand.
Die Nachfrage ist hoch, hängt aber stark an den Investitionen der großen Technologiekonzerne. Sollten diese ihre Ausgaben für Rechenzentren drosseln, würde das auch Anbieter wie ERock treffen. Zudem stehen Gasanlagen in einigen Bundesstaaten wegen Klimazielen unter politischem Druck.
Produkte und Services
Kern des Angebots sind eigene Erdgasgeneratoren wie das 2025 eingeführte Modell ERT500 mit 500 Kilowatt Leistung. Mehrere Generatoren lassen sich zu Modulen namens RockBlock mit 1,5 bis 3,5 Megawatt bündeln. So entstehen Anlagen, die laut ERock auf mehr als ein Gigawatt skalierbar sind. Die Software GraniteEcosystem steuert und überwacht die gesamte Flotte.
Kunden können die Anlagen kaufen oder als Abo nutzen. Beim Modell Electrical Resiliency as a Service betreibt ERock die Kraftwerke und kassiert dafür regelmäßige Gebühren. Hinzu kommen Erlöse aus Planung, Bau sowie Betrieb und Wartung. Die Anlagen können Strom ins öffentliche Netz einspeisen, wenn dort Engpässe herrschen.
2025 stieg der Umsatz um gut 42 Prozent auf rund 183 Millionen Dollar, der Nettoverlust lag bei 59 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand wuchs bis Mitte 2026 auf rund 1,7 Milliarden Dollar. Um die Aufträge abzuarbeiten, baut ERock in Houston die Fertigung Hyperion aus, die Generatoren mit zusammen rund 1,2 Gigawatt pro Jahr liefern soll.
















