Overview
SpaceX wurde 2002 von Elon Musk gegründet. Am Anfang stand eine einzige Idee: Raumfahrt billig genug machen, dass sie sich lohnt. Heute ist daraus ein Konzern mit drei Standbeinen geworden. Raketen und Raumfahrt, das Satelliten-Internet Starlink und seit Anfang 2026 auch künstliche Intelligenz. Genau diese neue Aufstellung ist der Grund, warum der Börsengang jetzt kommt.
Der Auslöser war eine Übernahme. Anfang 2026 hat SpaceX die KI-Firma xAI gekauft, die hinter dem Chatbot Grok und der Plattform X steht. Damit sitzen Raketen, ein globales Internet-Netz und ein eigenes KI-Labor unter einem Dach. Diese KI-Sparte verschlingt enorme Summen. Allein 2025 floss das meiste Geld in den Aufbau von Rechenzentren. Der IPO soll frisches Kapital für genau diesen nächsten Schritt liefern.
Das Unternehmen sitzt in Starbase, Texas. Ursprünglich wurde es in Delaware gegründet, 2024 zog es nach Texas um. Die Aktie soll an der Nasdaq und an der neuen Nasdaq Texas notieren, das Kürzel lautet SPCX. Sollte der IPO im geplanten Umfang kommen, wäre es einer der größten Börsengänge der Geschichte.
Management zum Zeitpunkt des IPOs
An der Spitze steht Gründer Elon Musk. Er ist gleichzeitig CEO, Chief Technical Officer und Chairman des Boards. Musk führt SpaceX seit dem ersten Tag und ist auch nach dem IPO die zentrale Figur. Die Finanzen verantwortet CFO Bret Johnsen, der im S-1 als Finanzansprechpartner des Unternehmens geführt wird.
Entscheidend ist die Stimmrechtsstruktur. SpaceX nutzt eine Dual-Class-Struktur, also zwei Aktienklassen mit unterschiedlichen Rechten. Käufer beim IPO bekommen Class-A-Aktien mit einer Stimme pro Aktie. Daneben gibt es Class-B-Aktien mit zehn Stimmen pro Aktie. Über seine Class-B-Anteile kontrolliert Musk die Mehrheit der Stimmrechte und kann zudem die Mehrheit des Boards bestimmen.
Praktisch heißt das: Du kaufst Aktien und damit einen Anteil am Unternehmen, aber kaum Mitsprache. SpaceX gilt nach den Nasdaq-Regeln als "Controlled Company". Das erlaubt dem Konzern, bestimmte Governance-Vorschriften zu umgehen, etwa Vorgaben zur Unabhängigkeit des Boards. Wir finden, das ist ein Punkt, den man vor dem Kauf bewusst auf dem Schirm haben sollte.
Finanzdaten
Branche
SpaceX schätzt seinen adressierbaren Gesamtmarkt im S-1 auf 28,5 Billionen US-Dollar. Das ist eine gewaltige Zahl, die sich auf drei Felder verteilt. Rund 370 Milliarden entfallen auf die Raumfahrt. Etwa 1,6 Billionen auf Konnektivität, also Starlink im Broadband- und Mobilfunkgeschäft. Der mit Abstand größte Brocken sind 26,5 Billionen im KI-Markt, von Infrastruktur über Abos bis zu Unternehmensanwendungen. China und Russland klammert SpaceX dabei bewusst aus. Solche TAM-Schätzungen sind immer optimistisch gerechnet und sagen wenig darüber, wie viel davon ein Unternehmen tatsächlich holt.
SpaceX bewegt sich damit in drei sehr unterschiedlichen Wettbewerbsumfeldern. Bei Raketen gegen andere Startanbieter, bei Satelliten-Internet gegen aufkommende Konstellationen anderer Konzerne, bei KI gegen die etablierten Modell-Anbieter. In allen drei Feldern hängt viel an Regulierung, von Funkfrequenzen über Flugzulassungen bis zu den Debatten rund um KI-Sicherheit.
Ein Detail aus dem S-1 zeigt, wie eng diese Welten inzwischen verzahnt sind: Im Mai 2026 hat SpaceX einen Cloud-Vertrag mit Anthropic geschlossen, dem Entwickler des KI-Modells Claude. Anthropic zahlt für den Zugang zu Rechenkapazität rund 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat, laufend bis Mai 2029. SpaceX verkauft also Rechenleistung an einen KI-Anbieter und trainiert auf derselben Infrastruktur sein eigenes Modell Grok.
Produkte
SpaceX bündelt seine Angebote in drei Segmenten:
- Space (Raketen und Raumfahrt): Die Falcon-Raketen sind das Kerngeschäft. Seit 2023 transportiert SpaceX jedes Jahr über 80 Prozent der weltweiten Nutzlast ins All, bei einer Erfolgsquote von mehr als 99 Prozent. Wiederverwendbare Booster haben die Kosten pro Start massiv gedrückt. In Entwicklung ist Starship, die nächste, voll wiederverwendbare Schwerlastrakete, in die 2025 rund 3 Milliarden US-Dollar Forschungsgeld geflossen sind. - Connectivity (Starlink): Das Satelliten-Internet ist das Profitcenter. Stand 31. März 2026 betreibt SpaceX rund 9.600 Starlink-Satelliten im niedrigen Erdorbit und versorgt etwa 10,3 Millionen Abonnenten in 164 Ländern. Dazu kommt eine eigene Satelliten-zu-Handy-Sparte mit rund 650 Satelliten, die in etwa 30 Ländern Funklöcher schließt und rund 7,4 Millionen Geräte pro Monat erreicht. - AI (xAI, Grok und X): Die jüngste Sparte kam Anfang 2026 mit der xAI-Übernahme dazu. Sie umfasst das KI-Modell Grok, die Plattform X und große Rechenzentren wie COLOSSUS und COLOSSUS II. Grok und X kommen zusammen auf über 1,3 Milliarden Accounts in zwölf Monaten und rund 550 Millionen monatlich aktive Nutzer, von denen etwa 117 Millionen Grok-Funktionen verwenden.
